Kategorie: zentralplus

Als Freier Mitarbeiter beim Online-Magazin zentral+ schreibe ich über lokale Geschehnisse aus der Leuchtenstadt und dem gesamten Kanton Luzern.

  • Titanic, Taubenkot und ein Tsunami

    Titanic, Taubenkot und ein Tsunami

    Wie viele Tonnen Taubenkot landen jährlich auf den Dächern Luzerns? Was hatte ein Inwiler auf der Titanic zu suchen und wie gross ist der Höhenunterschied des höchsten und tiefsten Punktes im Kanton Luzern? Sich merken und prahlen oder amüsieren und vergessen.

    Smalltalk ist nicht wirklich Ihr Ding? Und trotzdem wollen Sie an der nächsten Party nicht einfach nur still in der Ecke sitzen? Dann haben wir genau das Richtige: Zahlen und Fakten über Luzern und Zug, die so relevant gar nicht sind, allerdings hin und wieder für ein kleines Schmunzeln oder ein «Aha-Erlebnis» sorgen. Erfrischend, anders und ziemlich unbedeutend.

    Nehmen Sie sich ja in Acht vor dem nächsten Spaziergang durch die Stadt Luzern. Denn man weiss nie, was gerade so von oben kommt. Sicher ist, dass es meist nicht immer nur Regen oder Schnee ist. Denn auch reichlich Taubenkot landet Jahr für Jahr auf den Dächern und den Köpfen der Stadtluzernern. Insgesamt bis zu zwölf Kilogramm pro Taube und Jahr. Bei schätzungsweise 2’500 Tauben in der Stadt Luzern summiert sich die Ausscheidungslast der Vögel auf satte 30 Tonnen Kot pro Jahr. Also bitte, liebe Luzerner: Nicht zu viel füttern! Denn ein Kilogramm Brot deckt bereits den gesamten Tagesbedarf an Futter von 50 Tauben. weiterlesen…

  • Headbangen, bis die Köpfe rollen

    Headbangen, bis die Köpfe rollen

    Mit einer brachialen und energiegeladenen Show machte die Death-Metal-Band «Cannibal Corpse» halt in der Schüür. Dass dieser Holzschuppen jetzt noch steht, grenzt an ein Wunder.

    Wenn die Haare bei den Männern länger als bei den Frauen und die Kleider schwärzer als die Nacht sind, dann ist ein Metalkonzert unweit. Die US-amerikanische Death-Metal-Band «Cannibal Corpse» beehrte am vergangenen lauen Mittwochabend das Konzerthaus Schüür. Dies ist umso aussergewöhnlicher, als die Formation mit den fünf wütend dreinschauenden Männern von einem britischen Metalmagazin inoffiziell zur «besten Death-Metal-Band der Welt» gekürt wurde.

    Über Geschmack lässt sich streiten – über langjährigen Erfolg jedoch nicht. So hat die 1988 gegründete Band in ihrer 27-jährigen Geschichte bisher 13 Studioalben veröffentlicht sowie als einer der Headliner am «Rockstar Energy Drink Mayhem»-Festival vor Zehntausenden von Fans aufgespielt. Und nun kommt die Band, die mittlerweile Legionen von Fans um sich schart, in die Schüür, wo maximal 700 Personen Platz finden. Da erstaunt es umso mehr, dass das Konzert drei Stunden vor Türöffnung noch nicht ausverkauft ist. weiterlesen…

  • Sex, Drugs & Soja-Milch

    Sex, Drugs & Soja-Milch

    Zuerst Prostitution, dann Drogen: An der Eisengasse mitten im Zentrum der Luzerner Altstadt haftet eine dunkle Vergangenheit. Mittlerweile hat die Gasse ihre Altlasten abgelegt. Zumindest oberflächlich.

    Wo einst Prostitution Alltag war, gibt’s heute lokales Bio-Fleisch, Demeter-Lebensmittel und eine gehörige Portion Musik. Die Eisengasse mitten in der Luzerner Altstadt hat Sex und Drogen miterlebt. Zwar ist es mittlerweile ruhiger um die kleine Gasse geworden. Doch die Stimmen der Vergangenheit hallen noch bis heute nach.

    Unscheinbar verbindet die Eisengasse die Kapellgasse und die Weggisgasse. Holprige Pflastersteine und alte Gebäude, die die Eisengasse säumen, zeugen noch immer vom mittelalterlichen Charakter. Es ist gar nicht so lange her, als es in der kleinen Gasse «unsittlich» zu und her ging. weiterlesen…

  • Beizer scheitern an Denkmalpflege

    Beizer scheitern an Denkmalpflege

    Das neue Bachmann-Café «La vie en rose», sowie auch die Sport-Bar «Plan B»: Sie alle hatten mit Verzögerungen und Mehrkosten wegen der Denkmalpflege zu kämpfen. Eines der Lokale hatte gar ohne Bewilligung mit Abbrucharbeiten begonnen.

    In keiner anderen Gemeinde des Kantons Luzern gibt es so viele denkmalgeschützte Gebäude wie in der Stadt Luzern. Dabei gibt es nebst den geschützten Kulturdenkmälern sogenannte «Schutzzonen». Und die haben es für Gastronomen in sich.

    Will nun beispielsweise ein Restaurant in einem sich in einer Schutzzone befindlichen Gebäude eröffnen, müssen die Eigentümer für den Umbau die Denkmalpflege miteinbeziehen. Was gebaut werden kann, entscheidet sich von Fall zu Fall. Das hat schon einigen Gastronomen einen Strich durch die Rechnung gemacht und zu Verzögerungen und Unkosten geführt. weiterlesen…

  • Leben in der Kommune als Alternative

    Leben in der Kommune als Alternative

    Probleme in Wirtschaft und Natur sowie ein untaugliches Währungssystem: Der Luzerner Gallus Bühlmann hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Alternative zu unseren heutigen Systemen zu erarbeiten. Quasi ein «Plan A», der auf Konsens und selbstlosen Taten basiert.

    Krieg, Hungersnot und die Flucht von Millionen von Menschen: Die Welt dürstet nach Lösungen für tiefsitzende Probleme. Alternativen zu den festgefahrenen Systemen dieses Planeten existieren kaum. Und wenn, dann werden diese als «Spinnerei» abgetan. Wie es bereits der US-amerikanische Schrifsteller Mark Twain treffend zu formulieren wusste: «Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat.»

    Unter diesen «Spinnern» ist auch der Luzerner Gallus Bühlmann. In seiner Unzufriedenheit hat er sich auf die Suche nach neuen Gesellschaftsformen gemacht. «Ich bin fest davon überzeugt, dass neue Gesellschaftsstrukturen entstehen müssen. Die alten sind völlig kaputt», sagt er mit ernster Miene. Bühlmann ist diplomierter Yogalehrer und war in der Informatikbranche tätig. Kürzlich hat er gekündigt, um mehr Zeit zu haben. Zeit, eine Alternative zu der derzeit vorherrschenden «Misere» zu erarbeiten. weiterlesen…

  • «Regional ist wichtiger als bio»

    «Regional ist wichtiger als bio»

    Luzern fehlt es an innovativen Gastronomie-Konzepten. Die drei Köpfe der «Sinnvoll Gastro» haben es sich zum Ziel gemacht, dies zu ändern. Ein Gespräch über restriktive Gesetze, Neid in der Luzerner Gastro-Szene und über Hahnenwasser.

    Acht Betriebe, drei kreative Köpfe, eine Mission: Die Gastronomie in Luzern zu revolutionieren. Die drei Gründer der Sinnvoll Gastro, Heinrich Michel, Philippe Giesser und Simon Feigenwinter mischen seit etwas mehr als fünf Jahren die Luzerner Gastronomie-Szene auf – mit Erfolg.

    Zu den Betrieben der Sinnvoll Gastro GmbH gehören unter anderem das Hotel Wetterhorn, das Grottino 1313 sowie auch das feRUS in Emmen. Michel, Giesser und Feigenwinter brachten Luzern zudem den ersten Street-Food-Market und schlagen auch sonst neue Wege ein, wie beispielsweise mit einem nachhaltigen Permakultur-Garten. Im Interview mit zentral+ sprechen die drei über das absolute Gastro-No-Go, die Neidkultur in der Luzerner Gastronomie-Szene und weshalb sie sich wünschten, dass die Stadt Luzern in gewissen Belangen entgegenkommender wäre. weiterlesen…

  • Wenn Männer verrückt nach kitschigen Ponys sind

    Wenn Männer verrückt nach kitschigen Ponys sind

    Eine Kindersendung begeistert weltweit Millionen. Das Schräge daran: Nicht nur junge Mädchen, sondern auch Erwachsene sind von der Animationssendung «My Little Pony» völlig angetan. Daraus hat sich ein richtiges Phänomen entwickelt, das auch Luzern erreicht hat.

    Läuft im Fernsehen die Kindersendung «My Little Pony», sitzen jeweils Millionen von Kindern gebannt vor dem Schirm. Haupstächlich junge Mädchen wollen die Produzenten mit der Animationssendung, die ab jeder Altersgruppe freigegeben ist, ansprechen. Das tun sie auch – doch nicht nur. Denn: Die Sendung über Freundschaft und Harmonie mit sechs kitschigen Ponys in der Hauptrolle begeistert ebenso Erwachsene. Sie nennen sich «Bronies» und sind verrückt nach zuckersüssen «Pferdlein».

    «Bronies» ist ein Kofferwort aus «brother» und «pony». Das sind Erwachsene, hauptsächlich Männer mittleren Alters, die sich öffentlich dazu bekennen, verrückt nach der kanadisch-amerikanischen Animationsserie «My Little Pony» zu sein. Und das im vollen Ernst, wie der Luzerner Michael K.* beweist. Der 19-Jährige ist einer von schweizweit rund 200 Personen, die sich zu den «Bronies» zählen. zentral+ hat den «Brony» zum Gespräch getroffen und ihm mehr über die ungewöhnliche Leidenschaft entlockt. weiterlesen…

  • Vom Käselager zur alternativen Werkstätte

    Vom Käselager zur alternativen Werkstätte

    Sie hat turbulente Zeiten hinter sich, und noch wildere vor sich: Die Industriestrasse im Tribschen-Quartier gilt als einer der Dreh- und Angelpunkte der alternativen Szene. Dabei steht ein Gebäude der Strasse ganz besonders im Fokus.

    Bar59, Grottino 1313, ewl, ein Architektenbüro sowie eine Holz- und Lederwerkstatt: Obwohl die Industriestrasse ein überschaubares Mass an Gewerbe ziert, ist ein unbändiges Schaffen im Hintergrund omnipräsent. Dafür sorgen zahlreiche Kunst- und Kulturschaffende.

    Kein Wunder, gilt die Industriestrasse als einer der Dreh- und Angelpunkte der alternativen Szene in Luzern. So beispielsweise sind in der Industriestrasse 17 ein Trickfilmatelier und eine Malerei untergebracht. Auch eine Film-, Bühnen- und Museumsdesignerin geht in diesem Gebäude ihrer täglichen Arbeit nach. weiterlesen…

  • Idee hui, Umsetzung pfui!

    Idee hui, Umsetzung pfui!

    Die Auftritte am Blue Balls in der Stadt Luzern begeistern die Massen. Nicht so jedoch das «Meet the Artists». Leere Ränge im KKL, von Dialekt triefendes Englisch und peinliche Stimmung begleiten jeweils die tägliche «Talkshow». Eine verpasste Chance?

    Eines vornweg: Das Blue-Balls-Festival ist aussergewöhnlich. Während knapp eineinhalb Wochen lebt die Stadt. Internationale Musiker beehren Luzern und sind zum Greifen nah. Das Programm ist extrem vielseitig und auch bildende Kunst findet seinen Platz an diesem Festival. Respekt an dieser Stelle den Organisatoren – und auch ein herzliches Dankeschön für diese Bereicherung. Alle Jahre wieder.

    Allerdings: Da gibt es doch einen Programmpunkt am Blue-Balls-Festival, dessen Idee zwar schön und gut ist, die Umsetzung jedoch jedes Mal Gänsehaut beschert. Das «Meet the Artists». Dabei sollen die Zuschauer jeweils einen intimeren Einblick in das Leben der Künstler erhalten. Ich begebe mich ein weiteres Mal in die Höhle der schlechten Aussprache und der schmerzhaften grammatikalischen Satzstellungen. weiterlesen…

  • Der Wasserturm in den Fängen einer Riesenkrake

    Der Wasserturm in den Fängen einer Riesenkrake

    Unter dem Pseudonym «noirt» lässt der Luzerner Kaspar Wyss Werke entstehen, die der Leuchtenstadt eine düstere Zukunft prophezeien. Was eigentlich als Hommage an seine Heimat gedacht ist, hat bei Betrachtern auch schon extreme Reaktionen ausgelöst.

    Eine Riesenkrake, die den Wassertrum mit ihren Tentakeln umgreift, Raumschiffe über dem Reusswehr oder eine überdimensionierte Tarantel, die sich ihren Weg über den Bireggwald in die Luzerner Neustadt bahnt. Der Luzerner Kaspar Wyss malt als «noirt» unter anderem Bilder, die die Leuchtenstadt in ein präapokalyptische Szenario verwandeln.

    Die bisher veröffentlichten Arbeiten des 32-Jährigen sind eher düster gehalten – schwarzweiss und nicht selten mit einer Prise Morbidität versehen. «Das mit den schwarzweissen Bildern hat sich bisher einfach so ergeben. Persönlich habe ich Freude an leicht morbiden Sachen», sagt Wyss. weiterlesen…