Kategorie: Ansichten

Die Ent- und Weiterentwicklung des Online-Journalismus, die Gesellschaft mit ihren sozialen Strukturen und vielschichtigen Facetten oder verschiedene Bereiche der Politik begleiten mich in meiner Freizeit: Ausgewählte Texte werden hier publiziert – Diskussion erwünscht!

  • Was tun die Bürger für die Qualität der Medien?

    Medien sind die Sündenböcke der Nationen. Spätestens seit Trump seinen Wahlkampf mit Lügen statt Fakten und immer wiederkehrender Denunzierung der Medien gewonnen hat, stehen sowohl die Produkte als auch die Produzenten, also die Journalisten, in denkbar schlechtem Licht.

    Die Leser sind wütend – und die Journalisten ratlos. Immer wieder fallen schubladisierende Ausdrücke wie «Lügenpresse». Dieser Begriff versucht an sich nichts anderes zu sagen, als dass die Medien den Empfängern mit willentlicher Absicht Unwahrheiten unterbreiten. Ob dem so sei oder eben nicht, ist nicht Gegenstand dieses Artikels und liegt auch nicht in meiner Kompetenz, zu beurteilen.

    Es ist allerdings ein Schema zu erkennen. «Lügenpresse» schreien jene am lautesten, die andere Meinungen nicht akzeptieren können und wollen. Entspricht ein Artikel nicht den Ansichten dieser Personen, wird er einfach als Lüge abgetan. So einfach ist es aber nicht.

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  • Ich bin enttäuscht von dir, Demokratie

    Nach den desolaten Wahlergebnissen vom 18. Oktober sitze ich konsterniert im Büro. Was ist schief gelaufen gestern? Ich habe doch gewählt – und dann noch radikaler Links denn je –  trotzdem gewinnt die SVP.

    Vor mir prangt in einem Tab das Mitgliederportal der SP Schweiz. Eintragen und Mitglied werden? Obwohl mir durchaus bewusst ist, dass das keine Lösung für das Problem ist, spiele ich mit dem Gedanken. Schliesslich bin ich ja aber auch für längere Ladenöffnungszeiten –  ob die SP ihre Freude an mir hätte? Wohl kaum.

    Wahrheit und Humanität bleiben aussen vor

    Sowieso habe ich mich stets gegen engstirniges Parteidenken gewehrt. Wie hirnlose Meinungstruppen marschieren die Parteien auf der Bühne der Demokratie aufeinander zu. Sie schreien sich gegensätzliche Meinungen um die Ohren. Das Volk als Publikum applaudiert in seiner Überforderung in die ihm vertraute Richtung. Wahrheit und Humanität haben auf der Bühne der Demokratie leider nichts zu suchen.

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  • Fotografieren

    Der Anspruch ist hoch: Während im Print professionelle Fotografen das Bildmaterial liefern, wird vermehrt von Online-Journalisten erwartet, dass sie selber fotografieren. Dass die Qualität nicht jene eines professionellen Fotografen erreicht, ist leider meist Realität – muss aber nicht sein. Denn mit etwas Übung und dem Einhalten einiger Kniffs gelingen auch für das Netz anständige Bilder, selbst wenn der Journalist selbst nicht über eine professionelle fotografische Ausbildung verfügt.

    Die Relevanz des Titelbildes

    Das Artikelbild fungiert für den Leser im ersten Moment als Einladung. Es ist das Aushängeschild der Sätze, die im Artikel stehen. Ist das Artikelbild ansprechend, klickt ein Leser eher darauf und liest somit den Artikel. (mehr …)

  • Fertigkeiten im Online-Journalismus

    Die Möglichkeiten im digitalen Bereich des Journalismus haben einen weiten Horizont geöffnet. Eindrückliche Beispiele, wie Snow Fall der «New York Times», die multimedialen Storytelling-Serien – auch «longforms» genannt – des «TagesAnzeigers» oder der «NZZ» zeigen. Und das schöne daran ist: Ein Ende des Horizonts ist nicht in Sicht. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten ermöglicht – aber erfordert auch – ein ständiges «updaten» der Fertigkeiten eines Online-Journalisten.

    Natürlich werden die oben genannten Beispiele in Zusammenarbeit mit Programmierern produziert. Beide Fertigkeiten gut zu beherrschen wäre dann aber doch etwas zu viel verlangt von einem Online-Journalisten. Allerdings stellt die Herausforderung Online-Journalismus neue Ansprüche an die Redaktoren. Recherchieren, telefonieren und schreiben sind längst nicht mehr die einzigen Aufgaben eines Journalisten – insofern er online tätig ist.

    Nachfolgend eine laufend zu ergänzende Liste von Fertigkeiten, die ein Online-Journalist meiner Meinung nach mitbringen sollte:

    • Fotografieren
    • Bildbearbeitung
    • Filmen
    • Videoschnitt
    • (Interaktive) Grafiken
    • HTML-Grundlagen
    • Flexibilität
  • Lokal statt global

    Noch nie war es so einfach wie heute, an Informationen aus aller Welt zu gelangen. Und selten setzten die lokalen Tageszeitungen so sehr auf emotionalisierte Nachrichten aus weit entfernten Staaten: 600 Menschen in Bangladesch beim Einsturz eines Fabrikgebäudes getötet. Eine explodierende Ziellinie am Boston-Marathon. Syrien ist nur noch Schutt und Asche.

    An dieser Stelle frage ich mich jeweils: Welchen positiven Mehrwert hat diese Information für mich als Leser? Die Antwort ist simpel: Keinen. Klar, ich bin nun informiert über das Weltgeschehen. Doch will ich das wirklich sein? Sollte ich mich nicht eher auf das Lokale konzentrieren? Doch, finde ich.

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